Es wird im Buddhismus behauptet, das Tierreich gehöre zu den bösen Pfaden und der menschliche Daseinsbereich zu den tugendhaften Bereichen. Aber wohingegen ein Mensch mordet aus Gier und Hass heraus, tötet ein Tier nur, um zu überleben. Also inwiefern jetzt der Mensch tugendhafter sein soll als das Tier, ist mir schleierhaft.
Stimmt's, Andreas?
Sonst noch irgendwer etwas einzuwenden gegen diese Erkenntnis? Und wenn ja, kann ich nur sagen: Das Wesen des Wahnsinns ist, daß der Betroffene nicht merkt, daß er wahnsinnig ist. DESHALB: Musik? Drauf geschissen!
Auch wenn manche Leute (wie z.B. Meister Dogen im Shobogenzo) behaupten, einzig und allein Zazen wecke den Zen-Geist, so muss ich das aus eigener Erfahrung verneinen. Hier ein Abriß meines alternativen Zen-Weges: Ich kauer ne halbe Stunde auf dem Sofa und schau dabei die Wand oder den Fußboden an. Im Anschluss lauf ich ein bißchen in der Wohnung umher. Dann geh ich auf den Balkon und rauch eine. Wieder drinnen leg ich mich für ne Stunde aufs Sofa und schau die Decke an. Anschließend steh ich auf und streck meine Glieder...usw. So vergehen die Stunden, ohne daß ich mich mit irgendetwas beschäftige oder mein Gehirn mit Sinnesreizen und Informationen bombardiere. Und auch wenn es mehr dem Alltag eines Knastis in Einzelhaft entspricht, so schmeckt man genauso den "Geschmack der Lehre" wie z.B. beim Shikantaza. In diesem Sinne, Gassho vor der JVA, lol
Ein echter Buddha meidet den Kontakt zu Menschen. Und wenn er in Kontakt zu ihnen tritt, dann vermeidet er das Zustandekommen tieferer zwischenmenschlicher Bindungen. Und sollte es dennoch dazu kommen, dann versucht er sich schnell wieder daraus zu lösen, ohne sich tiefer darin zu verstricken. Und hat er sich dennoch verstrickt, so unternimmt er alles, um sich wieder daraus zu befreien.
Tja, bei mir war bis zum letzten Punkt alles eingetreten und der Weg zurück in den Frieden des Einsiedlers ist verdammt hart. Aber man hat ja noch ne Weile Zeit...
Da war ein Bericht von Jean-Paul Gaultier um seine 60 Geburtstag im TV. Da stellte er sein Sektglas hinter sich auf eine Fensterbank. Da fiel mir auf wie schnell Menschen ihre Persönlichkeit verlieren. Als ich den Dalai Lama sah wusste ich nicht genau was mich ihn mir so einfach zeigte. Es war das kramen in seiner Umhängetasche, er suchte was und war nur noch Mensch.
Das Wesen zeigen wohl nicht, eher ohne Masken erwischt. Nur für Sehende.
Hallo,
ich sitze jetzt seit einigen Jahren auf einem Kissen gefüllt mit Dinkelhülsen. Je mehr ich jedoch sitze, desto ausgeleiherter ist das Teil. Ich möchte mir nun gern eines mit Kapokfüllung kaufen. Wo kauft Ihr Eure Zafus und Zabutons? Seid Ihr damit zufrieden?
Andy3
hallo liebe mitglieder bei zen.de
wäre es nicht mal möglich sich an vorgaben zu halten die zur einrichtung dieses forums führten.
es heißt doch immer noch:
""Das Forum für alle Themen rund um den Zen-Buddhismus""
wird hier nicht ganz schön davon abgewichen?
es gibt betrachtungen zum thema zen die eher die geschichtliche seite betreffen, andere gehen sogar in die religiöse richtung.
auch sind hier vertreter anzutreffen die zazen als das ziel aller möglichkeiten auf den zengrundlagen ansehen.
zen als grundlage bietet viele möglichkeiten zu einer art selbsverwirklichung.
ich bevorzuge eher den realistischen bezug zen in der anwendung anzustreben welcher bis in den physischen bereich seine auswirkungen bemerken läßt.
ganz abgesehen davon spielt es doch keine rolle welche zielrichtung den einzelen hier beschäftigt,aber es sollte sich doch im themenbereich des zen bewegen.
nur so als anreiz denke ich sollten wir diesem forum in seiner zielrichtung etwas mehr beachtung schenken.
aber das ist auch wieder nur meine meinung ,also keine voreilige aufregung.
eventuell kann der ein oder andere,wenn wir mal nachdenken, doch mal was zum zenthema beitragen.
gruß reiner
Meine erste asoziale Phase war als Abkehr vom Kapitalismus gedacht, so wie man es halt als "linke Zecke" macht. (Für alle die nicht wissen was ne linke Zecke ist: In den 60ern waren es die Gammler, in den 70ern die Punks, usw.) Aber nach ein paar Jahren kam ich davon wieder weg.
Meine zweite asoziale Phase kam durch Drogenmissbrauch. Aber nach nichtmal einem Jahr war ich davon wieder weg.
Meine dritte asoziale Phase kam durch die Trennung von ner Frau, die ich wirklich liebte. Und diese Phase dauert nun auch schon Jahre an.
Ich wurde in eine ostdeutsche Mittelstandsfamilie hineingeboren. Doch das war mir früher immer zu wenig und ich machte in meiner DDR-Kindheit nach außen immer einen auf westlich und in meiner Nachwendejugend einen auf reich. Aber das war mir irgendwann zu oberflächlich, also schloss ich mich der linksradikalen Jugendsubkultur an, denn da kann konnte man auch jemand sein - ohne wessimäßig oder reich rüberzukommen. Irgendwann aber wurde unser Alternatives Jugendzentrum von der Stadt und der Polizei dichtgemacht und unsere "Zecken"-Community löste sich nach und nach auf. Im Anschluss sympathisierte ich aber dennoch weiterhin mit den Linksalternativen und fand auch noch ab und zu ein paar Kontakte. Aber mein Weg ging dann eindeutig Richtung Buddhismus, und der Kapitalismus störte mich nicht mehr groß. Seit ich jedoch vom Buddhismus wieder weg bin, spürte ich den eisigen Wind des Kapitalismus in all seiner Härte. Und das nicht erst seit ich drei Tage obdachlos durch Hamburg zog. Heute bin ich nur noch ein Asozialer und weiß nicht mehr wohin. Wahrscheinlich werde ich vorm Kapitalismus doch irgendwann kapitulieren müssen.
Seit den 90ern isses so:
Techno ist das oberste Extrem.
Hippietum ist das unterste Extrem.
Dazwischen sind die Nazis als mittlerer Weg.
Also, wenn da noch jemand behauptet, Buddhismus sei der mittlere Weg, dann passte das mal auf Indien vor 2600 Jahren, aber nicht auf Deutschland der Gegenwart, denn da zählt Buddhismus nur zum untersten Extrem der Hippies.
Ich für meinen Teil war schon Techno und war schon Hippie. Und nun kommt meine Zeit als Nazi.
Ich wurde geboren und wuchs auf in dem Bewußtsein, daß die Unterhaltungsindustrie das Beste ist, was die menschliche Welt zu bieten hat. Und ich hatte das Gefühl, im Paradies zu leben. Irgendwann verlief mein Leben aber so, daß die Unterhaltungsindustrie immer mehr an Bedeutung für mich verlor und ich das einfache und gewöhnliche Leben am meisten schätzte. Als ich dann jedoch wieder auf die Unterhaltungsindustrie zurückgriff, war ich wieder in einem Paradies, das ich aber nicht mehr wollte und landete im Anschluss schnurstracks in der Hölle. Von da aus versuche ich seitdem durch den Verzicht auf die Unterhaltungsindustrie zurück zum einfachen, gewöhnlichen Leben zu kommen, aber es ist verdammt schwer.
Sich zur Ruhe zwingen, obwohl der Körper sich bewegen will. Sich zur Bewegung zwingen, obwohl der Körper Ruhe will. Und sich dann noch was Besseres erhoffen, indem man derart gegen seine eigene Natur kämpft. Und dann noch so besessen sein von der Idee, man komme dardurch in ein Gleichgewicht. Ohne zu merken daß man immer mehr aus dem Gleichgewicht kommt. Und dann noch behaupten, Menschen die genau gegenteilig handeln, handeln falsch und man selbst handle richtig. Und dann noch zu behaupten, es gäbe keinen Grund, gehasst zu werden....
Tja, wenn man gefangen ist in der "Zwangsjacke Buddhismus" - wie kommt man dann da wieder raus? Durch Gewaltausübung von Anti-Buddhisten? Ich glaube nicht, daß es so funktioniert. Denn ich selbst schlug fehl bei der Sache mit dem Resultat, daß ich im Anschluss selbst zum Buddhisten wurde. Tja, was kommt dann noch nach Buddhismus, wenn man nicht zurück zum Anti-Buddhismus will, aber erkennt daß man als Anti-Buddhist doch irgendwo natürlicher war?
Buddha: "Hass ist das größte Übel, aber leicht aufzugeben. Gier ist ein mittleres Übel, aber schwer aufzugeben. Unwissenheit ist das größte Übel und auch am schwersten aufzugeben."
So, und nun mein Teisho dazu:
Schritt 1: Wir alle sind mit dem Potential dieser negativen Eigenschaften ausgestattet und leben sie aus.
Schritt 2: Wir spüren, daß Menschen die versuchen, im Angesicht des Hasses zu lieben, im Angesicht der Gier zu entsagen und im Angesicht der Unwissenheit Wissen zu erlangen, Schuldgefühle in uns auslösen und irgendwie mächtiger sind.
Schritt 3: Wir bekämpfen diese Menschen und verlieren diesen Kampf letztlich.
Schritt 4: Wir stellen uns auf deren Seite.
Schritt 5: Wir geben diesen Weg irgendwann wieder auf, denn wir verlieren unseren Glaube an die Sache.
Schritt 8: Gier, Hass und Unwissenheit ergreifen erneut Besitz von uns, aber wir leben in der Gewissheit, daß wir mal auf der Seite von Liebe, Entsagung und Wissen standen.
Schritt 9: Wir wissen nicht mehr wohin wir noch sollen und lassen die Zeit und das Schicksal bestimmen, wohin uns unser weiterer Weg führen wird.
Übrigens haben wir seit Anfang 30 eine zweite Pubertät, aber jetzt schweigen die Weibsen und reden die Kerle und nicht wie früher umgekehrt. Denn da wußten wir Kerle nicht was wir sagen sollten und die Weibsen hatten die Weisheit mit Löffeln gefressen. Jetzt ist es aber genau umgekehrt. Und ich weiß auch ganz genau, daß die Weibsen sich an uns rächen werden und wir sie im Anschluss bloßstellen werden. Denn das war früher bei uns genauso. Es wird jedoch auch danach wieder eine Zeit des Friedens geeben. Denn auch das war ja im Anschluss so.
Selbst der hässlichste Mensch hat etwas Schönes.
Selbst der schönste Mensch hat etwas Hässliches.
Selbst der gutste Mensch hat etwas Böses.
Selbst der böseste Mensch hat etwas Gutes.
Selbst der lügnerischste Mensch hat etwas Wahrheit.
Selbst der wahrhaftigste Mensch hat etwas Lüge.
undsoweiterundsofort
Selbst der schönste Mensch war nicht schon immer der schönste Mensch.
Selbst der hässlichste Mensch war nicht schon immer der hässlichste Mensch.
Selbst der gutste Mensch war nicht schon immer der gutste Mensch.
Selbst der böseste Mensch war nicht schon immer der böseste Mensch.
Selbst der lügnerischste Mensch war nicht schon immer der lügnerischste Mensch.
Selbst der wahrhaftigste Mensch ar nicht schon immer der wahrhaftigste Mensch.
undsoweiterundsofort
Hallo ihr Diskutierer!
Habe ja schon lange nicht mehr hier vorbeigeschaut. Und muss feststellen, es hat sich nichts veraendert. Es streiten sich immer noch die gleichen Leute um immer noch die gleichen Themen.
Trotzdem moechte ich mich ein weiteres Mal eurer Urteilskraft anvertrauen und mich mit meinem aktuellen Thema an euch wenden, wie im Titel schon angedeutet. Langeweile.... Was sagt eigentlich Zen/Meditation dazu?
Um es etwas genauer zu beschreiben. Ich befinde mich mitten im Nichts. Genauer gesagt ist das ein Nichts inmitten von Australien. Ich bin jetzt hier schon fast 3 Monate (habe Arbeit). Ich langeweile mich zu Tode. Mein Geist hat sich etwas beruhigt in der Zwischenzeit, aber die Langeweile ist wieder zurueckgekehrt. Zur Erinnerung: Ich bin seit Ende 2010 auf Reisen und seit Dezember wieder in Australien.
Zen-Praxis oder Meditation oder aehnliches ist aufgrund der vielen Leute in meinem (und jedem anderen) Zimmer schwer durchfuehrbar, kommt aber vor. Freie Tage nett zu gestalten ist praktisch nicht moeglich, da ich kein Auto habe, um dem Nichts hier zu entfliehen. Es waere aber sowieso nicht viel drumherum, wo man hinfahren koennte, und darueber hinaus will ich das Geld lieber fuers Weiterreisen sparen.
90% der anderen ertraenken ihre Langeweile in Alkohol. Zum Glueck ruehre ich aus Prinzip keinen Tropfen an, das Thema betrifft mich also nicht (ausser der Tatsache, dass mich die Gesellschaft von Angetrunkenen/Betrunkenen auch nicht unterhaelt). Aber die Langeweile betrifft mich durchaus.....
Bin gespannt auf eure Antworten.
Gruesse, eure Nina
Die hauptsächliche Dualität, die für uns Menschen besteht, ist nicht Arm-Reich oder Teuer-Billig oder Gläubig-Ungläubig, Bekannt-Unbekannt... was auch sonst noch so an Dualitäten existiert. Nein, die Haupt-Dualität ist und bleibt: Männlich-Weiblich. Denn es ist die von Natur gegebene Dualität und somit die mächtigste, da sie nicht vom Menschen selbst erschaffen wurde. Man kann natürlich auch jung-alt, stark-schwach, schön-hässlich, krank-gesund,... noch dazu zählen, aber letztlich die treibende Kraft bei uns Lebewesen ist die Männlich-Weiblich-Dualität.
Die Einheit und somit das Absolute bildet dahingegen die tote Materie, die ja bekanntlich weder männlich noch weiblich ist.
Wer nun Bock drauf hat, sich dem Absoluten anzunähern und vertraut mit ihm zu werden, muss sich eigentlich nur für ein jahrzehntelanges Single-Dasein entscheiden - ohne Partner/-in.
Zazen üben kann das ganze noch positiv beeinflussen, muss aber nicht zwingend notwendig sein.
Wenn man sich dann dennoch, sollte man schon soweit gekommen sein, sich doch wieder für ne Beziehung oder gar Familiengründung entscheidet, wird man letztlich eh nur enttäuscht, da es einen vom Heimatzustand des Absoluten nur wieder in die für einen selbst unwichtig gewordenen Probleme besagter Männlich-Weiblich-Dualität zurückwirft und man da einfach nur wieder rauswill...
Als erstes nahm ich Zuflucht zu den monotheistischen Religionen und knickte sie im Anschluss. Dann nahm ich Zuflucht zur Wissenschaft und knickte sie im Anschluss. Letzten Endes nahm ich dann noch Zuflucht zum Buddhismus und knickte auch ihn als krönenden Abschluss. Und ab dann wollte ich einfach nur noch mein eigenes Ding machen und komm aber gar nicht so recht dazu, denn ich muss mich mit der ganzen Scheiße die ich mal lebte, auseinandersetzen.
1. Ich selbst sehe mich als Menschen, die ich zum Teil persönlich kenne oder zumindest irgendwo mal wahrgenommen habe und verhalte mich auch dementsprechend.
2. Wenn ich dann so manch andere Menschen irgendwo wahrnehme, dann ist es oft so als würde ich sie checken, insofern ich selbst schon mal auf demselben oder ähnlichen Level war. Und das gleiche Gefühl der Checkung habe ich dann natürlich auch im Gegenzug von anderen bei mir. Wobei ich mich letztlich immer irgendwie besser fühle wenn ich der Checker bin und die anderen nix von mir checken als umgekehrt. Aber das geht wohl wahrscheinlich jedem irgendwo so, denk ich mal. Die Sache mit der Checkung wirkt sich sowohl im direkten Kontakt mit Menschen aus, wenn ich zum Beispiel draußen unterwegs bin, als auch im indirekten Kontakt, wenn ich zum Beispiel Fotos anschaue, sowie im vermeintlichen telepathischen Kontakt (den ich mir aber bisher nicht erklären kann, wie der eigentlich zustande kommt)
3. Es kommt zwar oft vor, daß ich glaube Menschen richtig einzuschätzen und die mich auch. Aber sind das immer nur Momentaufnahmen. Denn so wie ich mir selbst nicht permanent als ein und der selbe erscheine, nehme ich auch die anderen Menschen in ihren unterschiedlichen Ausstrahlungen wahr. Und somit wandeln sich auch die Konstellationen in denen wir zueinander stehen oft.
Buddhistische Kosmologie:
Samsara:
1) Hölle
2) Hungergeister
3) Tiere
4) Menschen
5) Halbgötter
6) Götter des Begierdebereichs
7) Götter des Formenbereichs
8) Götter des formlosen Bereichs
Nirvana:
1) Buddhas
2) Bodhisattvas
Und nun meine eigene Kosmologie, resultierend aus den Erfahrungen der letzten Jahre:
1) Hölle (Schmerzen, Kälte, Traurigkeit, Angst, Sehnsucht, Verzweiflung, Agression, Hunger, Durst, Erschöpfung,...)
2) Lernen (Reflektion über sämtliches Zeugs und Austausch mit anderen darüber)
3) Kreativität (unkonventionell und eigenständig)
4) ?, denn soweit bin ich noch nicht
Fakt ist jedoch eins: Und zwar daß die buddhistische Kosmologie bei mir nicht mehr zutrifft, da ich es nunmal so erfahren habe.